02.02.'26 bis 02.05.'26 – Aline Bouvy mit Brief an mein zukünftiges Ich
Das Bild von Aline Bouvy in der PLAKT-Reihe heißt Letter to my future self und zeigt eine alte Postkarte, auf der ein Kind einen Brief in einen Briefkasten wirft. Der visuelle Stil ist schlicht und sanft nostalgisch: klare Linien, satte Farben, eine verträumte Komposition, die an Illustrationen aus einer anderen Zeit erinnert. Was auf den ersten Blick harmlos und vertraut wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als vielschichtig. Das Bild wirft Fragen über Erwartungen auf – darüber, wer wir waren, wer wir sind und wer wir zu werden hoffen. Der Brief an das zukünftige Ich ist sowohl ein Zeichen von Neugier als auch von Zweifel: ein Versuch, eine Identität zu fassen, die ständig in Bewegung bleibt.
Aline Bouvy (°1974, Watermaal-Bosvoorde) ist eine Künstlerin, die in ihrer Praxis ständig die Grenzen zwischen Identität, Körper, Wahrnehmung und Norm untersucht. Ihre Arbeiten bedienen sich unterschiedlicher Medien – von Fotografie und Installation bis hin zu Skulptur und Performance – und konzentrieren sich oft auf Momente und Haltungen, die sich am Rande befinden, wo Individualität und Körperlichkeit mit gesellschaftlichen Konventionen kollidieren. Sie zeigt, was normalerweise verdrängt oder ignoriert wird: die Ausläufer von Verhalten, Sehnsucht und Selbstbild.
Kunst im Rhythmus der Stadt
Mit PLAKT lud artlead, Herausgeber von Kunsteditionen und -objekten, 12 Künstler ein, Bilder in Form von Plakaten zu gestalten. Diese Drucke tauchten im Rhythmus der Stadt auf: manchmal unbemerkt, manchmal überraschend, auf Mauern, Fassaden, Zäunen und Plakatwänden in verschiedenen flämischen Städten und in Brüssel.
Ebenso unvorhersehbar wie das Auftauchen dieser Bilder ist auch die Zusammenarbeit mit Künstlern. Der Vorschlag von Valérian Goalec war kein Bild, sondern ein Träger: eine Stahlwandskulptur, die auf den Werberahmen basiert, die er täglich in der Pariser Metro sieht. Die Unmöglichkeit, diese Stahlträger im öffentlichen Raum zu verbreiten, inspirierte einen zweiten Teil des PLAKT-Projekts.
In verschiedenen kulturellen Einrichtungen in der geografischen Peripherie, wo die Plakate zuvor nicht im Straßenbild zu sehen waren, wird diese Wandskulptur als Träger für die Drucke der anderen elf Künstler dienen. Auch hier bleibt ein Element der Unvorhersehbarkeit erhalten: Jede Einrichtung wählt selbst die Reihenfolge und die Dauer der Sichtbarkeit der Plakate.
Bei Abby finden Sie PLAKT in der Unterführung beim Museumsgarten.
Die Bilder für PLAKT wurden von Céline Mathieu, Michel François, Camille Orso, Peter Downsbrough, Shervin/e Sheikh Rezaei, Aline Bouvy, Geert Goiris, Tine Guns, Mekhitar Garabedian, Gerard Herman und Katja Mater geschaffen. Der Rahmen ist ein Werk von Valérian Goalec.
PLAKT ist ein Projekt von artlead in Zusammenarbeit mit IKOB, Eupen; CC Strombeek; De Warande, Turnhout; Kunsthal Mechelen; NW, Aalst; De Brakke Grond, Amsterdam; Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle; Kapel De Rozenkrans, Koksijde; Abby, Kortrijk; und Cmine, Genk.