08.05.26 bis 09.08.26 — Gerard Herman mit Gevoel-Gevoel
Die Arbeit von Gerard Herman in der PLAKT-Reihe mit dem Titel Gevoel-Gevoel zeigt zwei Männer im Gespräch. Die Szene ist schlicht aufgebaut, mit voller Aufmerksamkeit für ihre Körpersprache und Worte. Was zunächst leicht und vertraut wirkt, erhält schnell eine doppelte Bedeutung: Der Satz, den sie austauschen, ist zugleich aufrichtig und unangenehm, naiv und inszeniert. Die Arbeit wirft Fragen darüber auf, wie wir sprechen und was wir wirklich meinen. Handelt es sich um eine ehrliche Aussage oder eher um eine subtile Parodie auf Managementsprache, in der Gefühle oft standardisiert werden? Herman lässt diese Frage bewusst offen und spielt mit der Spannung zwischen Aufrichtigkeit und Ironie.
Gerard Herman (Gent, 1989) arbeitet mit Zeichnung, Grafik, Performance, Animation und Klang. Seine Bildsprache ist einfach und direkt, zugleich aber voller Humor und Irritation. Mit kurzen Sätzen, Listen und Textfragmenten untersucht er die Kluft zwischen Sprache und Bedeutung. Seine Arbeit bejaht das Unfertige und Imperfekte: Schräge Linien und einfache Kompositionen dienen dazu, feste Vorstellungen von Qualität und Autorität zu hinterfragen. Zufall und Experiment spielen dabei eine wichtige Rolle.
Kunst im Rhythmus der Stadt
Mit PLAKT lud artlead, Herausgeber von Kunsteditionen und -objekten, 12 Künstler ein, Bilder in Form von Plakaten zu gestalten. Diese Drucke tauchten im Rhythmus der Stadt auf: manchmal unbemerkt, manchmal überraschend, auf Mauern, Fassaden, Zäunen und Plakatwänden in verschiedenen flämischen Städten und in Brüssel.
Ebenso unvorhersehbar wie das Auftauchen dieser Bilder ist auch die Zusammenarbeit mit Künstlern. Der Vorschlag von Valérian Goalec war kein Bild, sondern ein Träger: eine Stahlwandskulptur, die auf den Werberahmen basiert, die er täglich in der Pariser Metro sieht. Die Unmöglichkeit, diese Stahlträger im öffentlichen Raum zu verbreiten, inspirierte einen zweiten Teil des PLAKT-Projekts.
In verschiedenen kulturellen Einrichtungen in der geografischen Peripherie, wo die Plakate zuvor nicht im Straßenbild zu sehen waren, wird diese Wandskulptur als Träger für die Drucke der anderen elf Künstler dienen. Auch hier bleibt ein Element der Unvorhersehbarkeit erhalten: Jede Einrichtung wählt selbst die Reihenfolge und die Dauer der Sichtbarkeit der Plakate.
Bei Abby finden Sie PLAKT in der Unterführung beim Museumsgarten.
Die Bilder für PLAKT wurden von Céline Mathieu, Michel François, Camille Orso, Peter Downsbrough, Shervin/e Sheikh Rezaei, Aline Bouvy, Geert Goiris, Tine Guns, Mekhitar Garabedian, Gerard Herman und Katja Mater geschaffen. Der Rahmen ist ein Werk von Valérian Goalec.
PLAKT ist ein Projekt von artlead in Zusammenarbeit mit IKOB, Eupen; CC Strombeek; De Warande, Turnhout; Kunsthal Mechelen; NW, Aalst; De Brakke Grond, Amsterdam; Museum Dhondt-Dhaenens, Deurle; Kapel De Rozenkrans, Koksijde; Abby, Kortrijk; und Cmine, Genk.