Was vorher war 

Der Standort von Abby im Begijnhofpark ist ein besonderer Ort, durchdrungen von Geschichte, Geschichten und Geheimnissen. 

Blick auf das Dormitorium der restaurierten Groeninge-Abtei

Bereits kurz nach Beginn unserer Zeitrechnung befand sich an der Stelle, an der heute Abby steht, eine römische Siedlung. Die Abtei, in der Abby untergebracht ist, stammt aus dem sechzehnten Jahrhundert. Die ursprüngliche Zisterzienserinnenabtei auf dem Groeningekouter in Kortrijk wurde um 1578 für den Bau von Stadtbefestigungen unter calvinistischer Herrschaft zerstört. Fünfzehn Jahre später wurde, nun innerhalb der Stadtmauern, der Grundstein für eine neue Kapelle gelegt.

Im Jahr 1797, unter französischer Herrschaft, wurden die Schwestern vertrieben. Zwischen 1797 und 1845 wurden Teile der Abtei für das Kloster der Armen Klarissen abgerissen. Diese bewohnten das Kloster bis 1978 und widmeten sich unter anderem dem Backen von Hostien.  

In den 80er und 90er Jahren folgten Restaurierungsarbeiten, und ab 1993 wurde das Gebäude in mehreren Phasen zu einem Museumsstandort umgebaut.

Alte Stadtkarte von Kortrijk
Der Klostergarten
Archivbild eines Klosterzimmers
Eine alte Linienzeichnung der Abtei Groeninge
Statue Unserer Lieben Frau von Groeninge, aufgenommen im Jahr 1862

Die historische Abtei von Groeninge war traditionell ein Ort der Seelsorge und Heilung. Die Zisterzienserinnen ließen sich hier Ende des 16. Jahrhunderts nieder. Die „Wunderstatue” Unserer Lieben Frau von Groeninge lockte zahlreiche Pilger und Gläubige an. Es kursierten Geschichten über wundersame Heilungen und Teufelsaustreibungen. Der historische Abteigarten enthielt Pflanzen und Kräuter zur Behandlung von Beschwerden. Im 19. Jahrhundert fanden die Schwestern der Armen Klarissen hier eine Unterkunft. Viele Menschen kamen hierher, um Eier zu opfern, um gutes Wetter zu erlangen. Der historische Kulturerbe-Standort bietet nun Raum für Abby. Eine passende Fortsetzung, denn auch Kunst und Kulturerbe stärken den inneren Menschen und fördern das geistige Wohlbefinden.

© Dieter Van Caneghem